Fundstücke aus dem Betahaus

Währenddem die letzte halbe Stunde des 3. Countdowns abläuft, hier nochmal zurück zum Betahaus. Folgende Dokumente wurden dort vorgefunden:

eine Telefonliste:

Zwei Textdateien mit folgendem Inhalt:
1. Datei – Dezember 1993

12. Dezember 1993

Heute ist Nadine genau 5 Jahre tot. Ein Bericht über C. Manson lief im Fernsehen. Alle Welt erinnert sich an den Schrecken, den er und seine „Family“ verbreitete. In Hamburg ist alles vergessen. Seitdem F. einsitzt, kümmert sich niemand mehr um den schlimmsten Fall unserer lokalen Kriminalgeschichte. Alle sind zufrieden, dass ein Schuldiger gefasst wurde. F. ist zweifelsohne schuldig, das ergab sein Verhör nur zu deutlich – aber ist er wirklich der einzige Schuldige? Wo sind die Zweifel, die nach der Festnahme F.s auftauchten? Wo sind all die Stimmen, die behaupteten, einer alleine könne eine solche Mordserie überhaupt nicht durchführen? Wie hat er den Mann auf den Michel bekommen? Wie die Frau ins Spinnengehege? Wie konnte er es schaffen, Nadine in unserem eigenen Keller einzusperren? Wie konnte er diesen riesigen Schrank vor die Tür stellen?

Aber ich kann mich ebenso nicht aus der Schuld nehmen. Auch ich wusste genau, dass niemand diesen Schrank alleine bewegen kann. Es brauchte 3 Personen, ihn überhaupt in den Keller zu bekommen. Aber als die Polizei nach langen Vermutungen über die Identität des Täters endlich einen Schuldigen festnahm und die Morde aufhörten, war ich einfach nur froh, dass es vorbei war. Gerechtigkeit spielte keine Rolle mehr. Es sollte einfach nur wieder Ruhe einkehren.

Aber was, wenn das alles noch nicht vorbei ist? Was, wenn die Schuldigen doch nicht alle gefasst wurden? Was, wenn alles irgendwann weitergeht? Wie kann ich dann mit einer solchen Vermutung einfach nur nichts tun? Ich bin es meiner Frau und meinem Kind schuldig, die Wahrheit zu kennen.

15. Dezember 1993

Die Spuren sind fast vollständig erkaltet. Selbst die Presse hat alles verwischt. Nicht einmal mehr die sensationshungrige M. Stahmke ist zu irgendeiner Form von Statement zu dem Fall bereit, der sie „berühmt“ gemacht hat. In den Archiven ist entweder wirklich nichts mehr vorhanden, oder es wurde tief in einen Keller verbannt.

Bei der Polizei sieht es ganz ähnlich aus. Viele der damals ermittelnden Beamten sind im Ruhestand oder haben den Dienst quittiert. Einer der Ermittler von damals, Ole Hartung, ist allerdings zu einem Gespräch bereit. Er wusste noch, wer ich bin.

20. Dezember 1993

Ernüchterndes Gespräch mit Hartung. Er besaß tatsächlich die Dreistigkeit, mir einen „guten“ Psychologen zu empfehlen. Karl Winter! Ich habe mit diesem Scharlatan studiert. Dann schlug er mir noch die betreute Gesprächsgruppe der Hinterbliebenen vor – ebenfalls geleitet von Winter. Ich hatte mich dieser Gruppe schon damals verweigert und werde auch jetzt einen Teufel tun, mit diesen Menschen zu sprechen. Zum Fall an sich wiederholte er nur immer und immer wieder, dass er abgeschlossen sei. Diese Spur ist tot.

21. Dezember 1993

Gespräch mit der Witwe eines Opfers. Sie war die einzige, deren Telefonnummer von der Liste der Hinterbliebenen noch erreichbar war, die uns kurz nach den Vorfällen überreicht wurde. Kurzes Gespräch, dann überreden lassen, doch an einer Gruppensitzung teilzunehmen. Vielleicht weiß man dort mehr. Die dort Anwesenden sollten sich mit den Ereignissen zumindest genau beschäftigt und sie aufgearbeitet haben. Vielleicht erinnern sie sich an wichtige Details.

22. Dezember 1993

In meiner gesamten psychologischen Laufbahn habe ich so etwas noch nicht erlebt. Sinnlos herumsitzende Menschen, die sich mit allem ablenken, was ihnen einfällt. Sie spielen Spiele, reden über die neuesten Kinofilme und trinken Kaffee. Alle reagierten absolut geschockt, als ich das Thema der Mordserie in den Raum warf. Und natürlich unternimmt Winter nicht das geringste gegen diese Zustände. Im Gegenteil, er motiviert die Teilnehmer noch dazu, sich abzulenken. Ein ewiger Scharlatan.

Nachdem er mitbekam, dass ich einzelne Personen auf die Morde ansprach, wollte er mich unter vier Augen sprechen. Er versuchte mir zu erklären, dass das die Genesung gefährden würde und diese Personen einfach nur noch vergessen wollten. Das Ganze endete in einem üblen Streit, in dem ich versuchte, ihm endlich die grundlegenden Prinzipien der Psychologie beizubringen. Er wollte mir schließlich erklären, dass das seine Methode sei und ich damit zurechtkommen müsse, wenn ich hierbleiben wolle.

Ich beschloss, diesen Ort zu verlassen. Die Witwe, mit der ich am Telefon gesprochen hatte, begleitete mich und entschuldigte sich dafür, mich hierher gebracht zu haben. Wir sprachen noch einen Moment.

2. Datei – Januar 1994

09. Januar 1994

Sie rief mich an und entschuldigte sich erneut dafür, mich zur Sitzung überredet zu haben. Sie erklärte mir, dass es ihr leid tut und dass sie sich dort selbst nicht wohlfühlt. Sie hat keine Lust mehr auf Verdrängung, sondern möchte über alles reden, was vorgefallen ist. Morgen treffe ich sie in der Stadt. Sie könnte eine Spur sein. Sie scheint wie ein offenes Buch.

10. Januar 1994

Sie gibt mir sämtliche Informationen, die ich von ihr brauche. Endlich eine Spur. Sie teilt meine Theorien über die Helfer.

15. Januar 1994

Ein erneutes Treffen mit ihr. Ich versuche den Kontakt abzubrechen, da sie zu sehr auf mich und nicht auf das Thema fixiert zu sein scheint. Sie rief mich nach dem Treffen erneut an. Dann versuchte sie es weitere vier Mal.

20. Januar 1994

Sie ruft alle zwei Stunden bei mir an.

Und dann gab es auch noch eine Tonbandaufnahme, die hier zu hören ist:

http://www.file-upload.net/download-4198000/Telefonkontakt.wav.html

Des weiteren 3 Zeitungsartikel

Ein Notizbuch

und auf dem USB-Stick mit den anderen Dateien befindet sich noch eine verschlüsselte Datei zu der bislang das Passwort fehlt – 10485760 Mar  3  2011 notizen_personen_tc

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